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Tadashi Nakamura

von Thomas Rüth

Als man in Rüttenscheid Ende der 80er Jahre die traditionsreiche erste Straßenbahn der Region in den Untergrund verlegte, bekam die Rüttenscheider zum Trost für die Jahre der baustellenbedingten Entbehrungen ein neues Gewand. Von der Pflasterung bis zur Designer-Laterne, alles detailliert durchdacht. Da entschloss sich ein Japaner, Tadashi Nakamura, zu einer noblen Geste, die bis heute ein leuchtendes Beispiel privaten Engagements ist.

Foto: Tadashi Nakamura und Thomas Rüth

Tadashi Nakamura war einer der ersten Japaner, der nach dem Krieg in Essen arbeitete und mit seiner Familie lebte. Der Nachfahre berühmter Samurai aus der Shimane - Provinz kam 1954 nach Deutschland, um für den weltweit arbeitenden Konzern „Mitsui-Ltd.“ Die Exportmöglichkeiten nach Deutschland zu erforschen. Hier begann die Geschäftsverbindung zu dem Essener Unternehmer Hans Leuwer.

Auch nach seiner Rückkehr ins Land der aufgehenden Sonne im Jahre 1962 blieb Tadashi seiner Stadt Essen tief verbunden. In diesem Jahr wurde Thomas Rüth geboren, der Tadashi Nakamura 25 Jahr später kennenlernen sollte.

Durch die enge Freundschaft mit Hans Leuwer und auf Vermittlung der „Deutschen olympischen Gesellschaft, Stadtgruppe Essen“, kam es 1987 dazu, dass Thomas Rüth, der damals junge Trainer des Ruderclubs am Baldeneysee, nach Japan reiste, um dort die Trainingsarbeit für Tadashis Ruderverein, den Club des Tokyo Institut auf Technologie übernahm.
 
Über zehn Mal reiste der Essener Rudertrainer nach Japan. Im Gegenzug besuchten die Söhne Nippons beim alljährigen Trainingslager den Essener Baldeneysee. Der ungewöhnliche und in Deutschland wohl einmalige sportliche Austausch zwischen dem Ruderclub am Baldeneysee und der Rudercrew aus Tokio wurde von der Ruderentwicklungshilfe zu einer tiefen Freundschaft, die bis in die heutigen Tage hält. Auch hier hat Tadashi Nakamura bleibende Spuren hinterlassen. Was nicht wundert, war der agile Japaner als junger Mann auch einmal japanischer Meister im Einer. Ein Einer-Boot mit seinem Namen wird bis heute von den Trainingsleuten des Ruderclubs am Baldeneysee benutzt.

Tadashi Nakamura bezeichnete sich selbst immer als halben Essener und verlieh damit seiner großen Sympathie für eine Stadt Ausdruck, die auch sein Leben geprägt hat.

Ende der 80er Jahre jedenfalls beschenkte Tadashi Nakamura, der im Juli 2009 im Alter von 88 Jahren in Tokio starb, alle Essener mit einer überaus großzügigen Geste. Spendete er doch - vielleicht typisch asiatisch, in jedem Fall vorbildlich - in Erinnerung an offene und glückliche Zeiten in Rüttenscheid und Essen nicht nur die Kirschbäume entlang der Rüttenscheider, sondern auch die antiken Steinlampen für den japanischen Garten des Gruga Parks. 500 japanische Kirschbäume erinnern in ihrer Blütentracht in jedem Frühjahr die Menschen in Essen neu an Tadashi Nakamura. Die Allee der Kirschbäume ist ein Wahrzeichen für Essen geworden.

Hans Leuwer erinnert sich an Tadashi Nakamura als einen außergewöhnlichen Mann.

Der ehemalige Essener Rudertrainer Thomas Rüth: „Mit dem Tod Tadashi Nakamuras verliert nicht nur die Stadt Essen und unser Ruderclub, einen außergewöhnlichen Freund und eine großartige Persönlichkeit. Für mich persönlich ist es auch der Verlust eines väterlichen Freundes und Förderers.“

Hier geht es zum Artikel der WAZ vom 24.12.2013
Hier geht es zum Beitrag zu Tadashi Nakamura im Buch "Rüttenscheid - gute Zeit", erschienen im Klartext Verlag
Artikel aus der WAZ vom 28.02.2014 zur Aufstellung einer Gedenktafel für Tadashi Nakamura
Artikel aus der WAZ vom 04.04.2014 zur Einweihung der Gedenktafel
Artikelsammlung zur deutsch-japanischen Ruderfreundschaft, zusammengestellt von Thomas Rüth
 


 

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