Sport-Helden gesucht

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Sport-Helden - so lautet der Arbeitstitel eines Forschungsprojekts, das von der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach - Stiftung gefördert wird. Es geht um bedeutende, aber etwas in Vergessenheit geratene Persönlichkeiten im Sport. Nach ersten Vorarbeiten konzentriert sich das Thema auf den Sport in der Stadt Essen der 1920/1930er Jahre.

Das Projekt wird von Frau Dr. Kristina Brümmer betreut, Privatdozentin am Institut für Sportwissenschaften der Carl von Ossitzky Universität Oldenburg. Sie war beim Essener Sportbund (ESPO) auf die Festschrift „100 Jahre RaB“ - und damit auch auf das Rudern -  gestoßen und hatte Kontakt zum Vorsitzenden Andreas Fischer aufgenommen. Der wiederum holte die Autoren der Festschrift ins Boot und so traf man sich am 30.03.2026 mit Stephan von Petersdorff und Helmut Janus im Bootshaus. Hinzugezogen wurde auch Detlev Kalb, der sich in der RR ETuF intensiv um die Dokumentation der Vereinsgeschichte kümmert und wertvolle Dokumente mitbrachte.

Angesichts der thematischen Vorgabe schlugen Stephan und Helmut vor, sich mit der Vita von Dr. Oskar Ruperti zu befassen. Ihn kennt die heutige Ruderwelt (nur) als Namensgeber des Pokals für den erfolgreichsten Verein bei den Deutschen Meisterschaften.

Ruperti entstammte einer Hamburger Ruderfamilie und war nach WK I nach Essen gekommen. Dort war er - Mitglied im ETuF - Präsident des DRV geworden und hatte im Benzol-Verband in Bochum den Aufbau des Tankstellennetzes ARAL verantwortet. Gegen traditionelle Widerstände versöhnte er das Wanderrudern mit dem Leistungssport und machte sich für das Frauenrudern stark. Ruperti spielte auch eine entscheidende Rolle bei der Gründung unseres Vereins (damals: Kruppscher Ruder- und Wassersportverein) und initiierte im selben Jahr die Gründung des RV Bochum. Als treibende Kraft steht er zudem für das Konzept, sich mit einem Deutschlandachter aus den besten Ruderern verschiedener Vereine der internationalen Konkurrenz zu stellen. Im ersten Anlauf bei Olympia 1936 in Berlin ging das bekanntlich erst einmal schief.

Man darf nun gespannt sein, ob es uns gelungen ist, die Sportsoziologie mit einem beachtenswerten Vertreter des Rudersports zu bereichern.

Text und Foto: Stephan von Petersdorff-Campen

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vlnr: Detlev Kalb, Helmut Janus, Stephan von Petersdorff, Anneli Böse und Dr. Kristina Brümmer, Andreas Fischer