THE WAVE: Zwei Tage Festival, viele helfende Hände und neue Impulse für den RaB

| Vereinsaktivitäten

Wassersport, Live-Musik und Nachhaltigkeit: Mit THE WAVE haben wir am 17. Und 18. Oktober den Abschluss unseres europäischen Erasmus+-Projekts SUSTAIN-A-WAVE gefeiert. Was das Wochenende aber vor allem auszeichnete, war das Engagement unserer Vereinsgemeinschaft.

Vom Bootsplatz zum Festivalgelände

Bereits am Freitagabend zeigte sich, was mit vielen helfenden Händen möglich ist: Innerhalb von rund anderthalb Stunden bauten zahlreiche Helferinnen und Helfer die Bühne auf, räumten die Bootshallen leer und bereiteten das Gelände für das Festival vor.

Nach der 8. RaB-Langstreckenregatta am Samstagvormittag begann am späten Nachmittag das Festivalprogramm. Den musikalischen Auftakt gestaltete das Duo One More Hey Joe mit Joe Brozio und unserem langjährigen Ruderkameraden Volker Sauer. Mit Klassikern aus den 1960er- und 1970er-Jahren sorgten sie für einen gelungenen Einstieg in den Abend.

Anschließend übernahm die Werktagskapelle die Bühne. Drei Stunden lang spielten die fünf Musiker und brachten das Publikum zum Tanzen und Mitsingen. Auch die kühlen Temperaturen hielten das Publikum nicht davon ab, ausgelassen zu feiern, bevor der Abend für die Mitglieder in den Bootshallen weiterging.

Gemeinsam im Drachenboot: Europa auf dem Baldeneysee

Am Sonntag ging es mit dem Festivalprogramm auf und am Wasser weiter. Besonders spannend wurde es beim Drachenbootrennen, dass unser Kindertrainer Jakob organisierte. Bis kurz vor dem Wochenende hatten sich erst wenige Teilnehmerinnen und Teilnehmer angemeldet. Umso schöner war es, dass sich am Sonntag spontan rund 40 Menschen zusammenfanden, um gegeneinander anzutreten. Neben unseren internationalen Projektpartnern gingen unter anderem ein Team von Mitarbeiterinnen der Krupp Stiftung und ein Boot mit Kindern aus unserer Trainingsgruppe an den Start. In den bunt gemischten Besatzungen wurde gemeinsam gepaddelt, gelacht und angefeuert. Am Ende sicherten sich unsere Gäste aus Portugal, Italien und Slowenien den Sieg. Damit sorgten sie für einen besonderen sportlichen Höhepunkt unserer europäischen Zusammenarbeit.

Wer den Wassersport lieber ohne Wettkampf kennenlernen wollte, konnte beim Schnupperrudern oder -segeln auf dem Baldeneysee selbst aktiv werden.

Nachhaltigkeit entdecken und ausprobieren

Während auf dem Wasser gepaddelt und gesegelt wurde, gab es an Land zahlreiche Angebote zu entdecken. Auf dem Markt der Möglichkeiten präsentierten sich unter anderem der BUND, die DLRG, die Essener Entsorgungsbetriebe (EBE) und unser europäischer Projektpartner blinc. Die EBE zeigten Kindern an einem Mülltrennparcours, worauf es beim richtigen Sortieren von Abfällen ankommt. Bei der DLRG konnten sich Besucher über Wasserrettung und Gesundheit informieren und sich für die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) registrieren lassen. Zehn Menschen nutzten diese Möglichkeit.

Auch die Workshops wurden gut angenommen. Besonders der Defibrillator-Workshop mit Birgit Galland stieß auf großes Interesse. Bei Massimiliano Ciaccio konnten die Teilnehmer außerdem den Umgang mit verschiedenen Knoten erlernen. Dazu kamen kreative Kunstaktionen mit Abfallmaterialien, Angebote rund um Nachhaltigkeit und Gesundheit sowie unsere Tausch- und Verkaufsbörse für gebrauchte Sportkleidung.

Viele kleine, mit Liebe vorbereitete Details prägten das Gelände. So gestaltete Ida Achilles im Vorfeld bunte „Kippengeister“, die auf das Problem achtlos weggeworfener Zigarettenstummel aufmerksam machten. Ein besonderer Blickfang war außerdem die Ausstellung zu SUSTAIN-A-WAVE in der Bootshalle. Tedda Roosen hatte dort mit Länderflaggen, Lichterketten, den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen und zahlreichen Einblicken in die Projektarbeit eine Ausstellung geschaffen, die zum Stehenbleiben und Entdecken einlud. Die Ausstellung zeigte, welche Ideen und Ergebnisse in der zweijährigen Zusammenarbeit mit unseren europäischen Partnern entstanden sind und wie sich diese mit unserem Vereinsalltag verbinden lassen.

Musik, Begegnungen und ein besonderer Besuch

Für die musikalische Begleitung am Sonntag sorgte die Band small is beautiful mit akustischen Pop-Klassikern und mehrstimmigem Gesang.

Sehr gefreut haben wir uns außerdem über den Besuch der Ersten Bürgermeisterin der Stadt Essen, Julia Jacob. In ihrer Rede hob sie die besondere Verbindung von Wassersport und Natur hervor. Wer unsere Gewässer unmittelbar erlebt, entwickelt auch ein Bewusstsein dafür, wie schützenswert sie sind. Dafür braucht es Menschen und Orte, die solche Erfahrungen ermöglichen. Zugleich würdigte sie den Mut und das Engagement der Menschen, die mit ihren Ideen neue Entwicklungen anstoßen und einen Verein bewegen.

Durch das Wochenende führten Pauline Lindemann und Tim Angst als Moderationsteam. Besonders am Sonntag war Pauline auf dem gesamten Gelände unterwegs, besuchte Workshops, stellte Angebote vor und begleitete das Programm auf Deutsch und Englisch. Als sie sich selbst bei der DLRG für die DKMS registrieren ließ, nutzte sie sogar diesen Moment spontan, um weitere Besucher auf die Aktion aufmerksam zu machen.

Auch kulinarisch gab es einiges zu entdecken. Neben Gegrilltem, Crêpes, Kuchen und weiteren Speisen wurden unter anderem selbst gekochte Kürbissuppe und Pommes mit veganer Bolognese angeboten. Bei der Auswahl der Zutaten setzten wir, wo möglich, auf Bio-Qualität und regionale Anbieter. Geliehenes Mehrweggeschirr half dabei, Verpackungsabfälle zu reduzieren.

Für den RaB war das Festival zugleich ein Praxistest: Ein vielfältigeres und nachhaltiger ausgerichtetes Verpflegungsangebot lässt sich auch bei einer größeren Veranstaltung wirtschaftlich umsetzen.

Ein Festival, getragen von unserer Vereinsgemeinschaft

So vielfältig das Programm auch war, möglich wurde THE WAVE vor allem durch die vielen Menschen, die sich eingebracht haben. Zahlreiche Vereinsmitglieder übernahmen Schichten an den Essensständen, betreuten Workshops und Aktionen, kümmerten sich um unsere internationalen Gäste oder halfen bei der Vorbereitung und beim Abbau.

Besonders unsere Jugend war an beiden Tagen im Einsatz. Am Samstag betrieben die Juniorinnen und Junioren gemeinsam die Fritteusen, am Sonntag betreuten sie unter anderem ihre eigene Tombola. Auch bei der Technik und an weiteren Ständen halfen sie tatkräftig mit. Dabei wurde deutlich, wie viel Verantwortung junge Vereinsmitglieder übernehmen können und wie gut die Zusammenarbeit zwischen den Generationen funktioniert.

Ein besonderer Dank gilt unserem Festival-Kernteam mit Lotta Buron, Ida Achilles, Lena Büsch, Anita Lensing, Tedda Roosen, Anna Schriever, Horst Singer und Thomas Wichelhaus. Über viele Monate hinweg hat das Team geplant, organisiert, abgestimmt und zahlreiche Aufgaben im Hintergrund übernommen.

Ebenso danken wir allen weiteren Helferinnen und Helfern, den beteiligten Vereinen und Organisationen, unseren musikalischen Gästen und den zahlreichen Unterstützern. Ob an den Verpflegungsständen, bei der Organisation, beim Aufbau oder bis zum letzten Handgriff am Sonntagabend: Überall wurde gemeinsam angepackt. Dass das gesamte Festivalgelände innerhalb von rund anderthalb Stunden wieder abgebaut war, bildete einen passenden Abschluss für dieses Wochenende.

Das Projekt endet, die Ideen bleiben

Mit THE WAVE geht das zweijährige Erasmus+-Projekt SUSTAIN-A-WAVE zu Ende. Was 2024 mit einer Projektidee an der Universität Duisburg-Essen begann, wurde durch die Zusammenarbeit mit Partnern aus Deutschland, Portugal, Italien und Slowenien zu einem europäischen Bildungsprojekt und schließlich zu einem Festival am Baldeneysee.

Auch in unserem Verein ist in dieser Zeit einiges entstanden. Bei einer Ideenwerkstatt mit rund 35 Mitgliedern haben wir gemeinsam Themen für die nachhaltige Vereinsentwicklung gesammelt. Mit der Projektkneipe wurde ein regelmäßiges Format geschaffen, um diese Ideen aufzugreifen und weiterzuentwickeln. Das Festival hat uns darüber hinaus gezeigt, dass wir uns auch größere und neue Veranstaltungsformate zutrauen können und wie viel Potenzial in der Zusammenarbeit unterschiedlicher Vereinsbereiche liegt. Daran möchten wir anknüpfen. Neue Bildungsangebote, weitere Projektideen und die Zusammenarbeit mit unseren europäischen Partnern sollen auch künftig Teil unserer Überlegungen bleiben.

Wir freuen uns über ein gelungenes Festivalwochenende, viele positive Rückmeldungen und all die Menschen, die THE WAVE mit uns gestaltet haben. Vielen Dank an alle, die dabei waren!

THE WAVE war Teil des von der Europäischen Union im Rahmen von Erasmus+ geförderten Projekts SUSTAIN-A-WAVE.

Text: Anna Schriever
Fotos: Michaela Breuer, Marius Buschmann

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